erster Test von Oracle VM

Posted on 15. Dezember 2007. Filed under: Oracle VM |

Hallo,
beginnen möchte ich mit einem kurzen Bericht der Tests von Oracle VM.
Auf der Oracle Open World im November stellte Oracle erstmals Oracle VM vor. Die Ankündigung schlug auch im Aktienmarkt ein. So stieg z.B. der Kurs der Oracle-Aktie und die Aktie des direkten Mitbewerbers dieser Technologie – VMWare, gab um bis zu 10$ nach.
Doch welchen Nutzen bringt Oracle VM oder was ist es überhaupt ?
Oracle VM ist eine Virtualisierungs-Lösung für den Betrieb von mehreren Systemen (also Betriebssystem+Software) auf einer gemeinsam genutzten Hardware. Die Basis liefert das „Oracle-Betriebssystem“ Oracle Enterprise Linux welches ja einem RedHat Enterprise Server entspricht. Zusätzlich (wie mittlerweile bei fast allen Linux-Distributionen) ist in Oracle VM die Opensource-Technologie XEN enthalten.

Der modifizierte XEN-Kernel erlaubt den Betrieb von Gast-Systemen (also virtualisierten Servern) in zwei verschiedenen Modi:
– Paravirtualisierung:
Hierbei werden die Gast-Systeme direkt im Kernel des Wirt-Systems (Oracle VM) ausgeführt. Der Vorteil dieser Lösung ist das diese Art der Virtualisierung auf jeder Hardware ausgeführt werden kann und das die Hardware-Ressourcen besonders gut ausgenutzt werden können. Dadurch ist diese Form auch bis zu 3x schneller als die Hardwarevirtualisierung. Darüber hinaus wird als Gastbetriebssystem nur RedHat Enterprise Linux oder Oracle Enterprise Linux unterstützt.
– Hardwarevirtualisierung:
Im Gegensatz zur Paravirtualisierung werden für die Hardwarevirtualisierung spezielle CPU`s mit VT-Kern (z.B. Xeon-CPU`s mit mehreren Kernen oder auch Core2Duo-CPU`s) benötigt. Hat man ein solches System kann man neben den bei der Paravirtualisierung unterstützten Betriebssystem auch ein SuSE Linux Enterprise Server oder gar ein Windows 2003 als Gastsystem betreiben.

Wie einleitend beschrieben haben inzwischen viele Linux-Distributoren eine Virtualisierungslösung auf Basis von XEN im Angebot. Wie unterscheidet sich nun Oracle VM von diesen Lösungen oder von VMWare ?
In der Vergangenheit konnten in virtualisierten Umgebungen Probleme mit dem Oracle Support auftreten, da solche Umgebungen offiziell nicht supported waren. Bei Problemen z.B. unter VMWare verweist Oracle auf den Support von VMWare bzw. fordert die Reproduzierbarkeit des Fehlers auf einem nicht-virtualisierten System durch den Kunden (siehe auch Metalink-Note 249212.1). Gleiches gilt für den Einsatz von XEN (ohne Oracle VM). Neben dem Support von Oracle für RDBMS (RAC wird nicht unterstützt), OAS und GridControl ist auch der Lizenzpreis für Oracle VM von ca. 900€ pro Server interessant. Die Administration der Oracle VM Server (es können mehrere Server in einer Farm betrieben werden) erfolgt über eine webbasierte Administrations-Instanz bestehend aus einem OC4J inkl. Admin-Anwendung und einer Oracle XE Datenbank als Repository. Leider ist der Betrieb der Administrations-Instanz zur Zeit nur unter Linux möglich.

Nach ersten Tests in Nochen kann festgestellt werden, das Oracle VM zwar noch mit einigen „Kinderkrankheiten“ zu kämpfen hat, aber trotzdem ein sehr interessantes Produkt mit einer guten Marktchance hat. Auch funktioniert das „umziehen“ einer virtuellen Maschine (mit laufender Datenbank) von einem physikalischen Server auf einen anderen ohne das es einem Anwender auffallen würde – von einem kurzen Einbrauch der Performance mal abgesehen.
Für weitere Fragen zu Oracle VM stehe ich gerne zur Verfügung !

Björn

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